
Die Climatex AG aus Altendorf hat sich in einer Finanzierungsrunde 3,2 Millionen Franken frisches Kapital beschafft. Wie das Unternehmen für zirkuläre textile Technologien mitteilt, wurde die Runde von der Zürcher Investmentgesellschaft Collateral Good angeführt. Auch bestehende Investoren hätten sich daran beteiligt. Climatex wurde 2008 von der Gessner AG gegründet, deren Ursprünge wiederum auf die 1841 begonnene Seidenproduktion in Wädenswil ZH zurückgehen.
„Diese Finanzierung ist nicht nur Kapital“, heisst es in der Mitteilung. „Sie dient als Treibstoff für die Skalierung zirkulärer Textilkonzepte, End-of-Life-Lösungen und Textiltechnik und dazu, sie in reale Auswirkungen zu verwandeln.“
Die nach Cradle to Cradle zertifizierten proprietären Technologien von Climatex umfassen das Nähgarn Stitchlock, das sich im Recycling-Prozess vollständig auflöst und die Textilien entlang der Nähte in ihre Einzelteile zerlegt. Die Dualcycle-Technologie erlaubt die schnelle und sortenreine Trennung der selbst entwickelten Weavelock-Mischgewebe durch das Auflösen einer Art textiler Schraube. Für seine Longlife-Bezugsstoffe verwendet Climatex 85 Prozent Materialien, die als biologische Nährstoffe klassifiziert sind, der Rest besteht aus synthetischen Materialien. Und Lifeguard ist der erste feuerhemmende Stoff aus biologisch als sicher qualifizierten Materialien. Als mögliche Anwendungsfelder für seine Entwicklungen nennt Climatex Innenarchitektur, Kleidung und Verkehrsmittel.
„Diese Finanzierungsrunde bestätigt sowohl unsere Technologie als auch unsere Vision“, wird der bisherige CEO Adrian Obrist in einer weiteren Unternehmensmitteilung zitiert. Er und sein Co-CEO Patric Rupp scheiden aus der operativen Führung aus und wechseln in den Verwaltungsrat. Zur CEO wurde die Dänin Camilla Skjønning Jørgensen ernannt.
„Sie bringt genau das Profil mit, um das Wachstum von Climatex international voranzutreiben", so Michael Kleindl, Gründungspartner von Collateral Good. Nach Meinung der erfahrenen Textilexpertin bietet Climatex „einzigartige Möglichkeiten in der Kreislaufwirtschaft. Durch den Circular-Design-Ansatz ermöglichen die Technologien hochfunktionale, langlebige Produkte, die von Anfang an auf Recycling ausgelegt sind. Ich freue mich darauf, diese Lösungen gemeinsam mit unseren Industriepartnern weltweit umzusetzen." ce/mm