Die OST und ihre zahlreichen Partner aus der ganzen Schweiz haben an der WASTEvision 2026 die Ergebnisse des Forschungsprojekts BatZink erstmals öffentlich vorgestellt. Die Fachtagung mit dem Schwerpunkt Abfallwirtschaft 2035 fand am 4. September an der OST in Rapperswil statt. Sie widmete sich der Frage, wie Kreislaufwirtschaft technisch wirksam und wirtschaftlich tragfähig umgesetzt werden kann.
Laut einer Mitteilung der Fachhochschule zeigt das Forschungsprojekt BatZink, wie Batterien und Schlackenrückstände aus dem Schrottstrom von Kehrichtverbrennungsanlagen entfernt, ihr Stahl hochwertig zurückgewonnen und Zink in einen kontrollierten Verwertungsweg überführt werden kann. Zuvor hatten BAT-Zink-Beprobungen die Dimension des Umweltproblems aufgezeigt: Hochgerechnet werden jährlich 30 Prozent der verkauften Gerätebatterien unsachgemäss über den Haushaltskehricht entsorgt. Viele von ihnen überstehen die Verbrennung in der KVA weitgehend unbeschädigt.
Sie gelangen mit dem KVA-Eisenschrott zusammen mit 110 Tonnen Zink und rund 40'000 Tonnen KVA-Schlacke pro Jahr unnötig in Stahlwerke und werden dort eingeschmolzen. Dabei verdampft das Zink. Deshalb wird unbehandelter KVA-Eisenschrott von Stahlwerken mit hohen Umweltstandards häufig gemieden und teils in ausländische Regionen mit tieferen Umweltauflagen exportiert.
Der Nutzen der von BatZink erarbeiteten neuen und skalierbaren Aufbereitungswege entsteht an mehreren Stellen: weniger Zinkemissionen beim Stahlrecycling, weniger unnötiger Transport von Schlacke über lange Distanzen, keine Umweltbelastung im Ausland durch Schadstoffe aus der Schweiz, höhere Qualität des zurückgewonnenen Stahls bei gleichzeitig weniger Energieverbrauch und ein kontrollierterer Umgang mit den umweltproblematischen Batterieinhalten.
„Damit verhindern wir, dass Zink und Schlackenrückstände unnötig in Stahlwerken landen, und gewinnen gleichzeitig einen deutlich hochwertigeren Stahlschrott zurück“, fasst Prof. Martin Däscher vom UMTEC Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik der OST die Forschungsergebnisse zusammen. „Aus einem problematischen Abfallstrom wird so ein besser nutzbarer Sekundärrohstoff“,
Das UMTEC hatte die Leitung des Projekts BatZink inne. Zu den Projektpartnern zählten unter anderem Betreiber von Abfallverwertungsanlagen und Deponien in Frauenkappelen BE, Hinwil ZH, Liestal, Perlen LU, St.Gallen, Thun und Weinfelden sowie die für Umweltschutz, Abfall und Umwelt zuständigen Ämter in den Kantonen Basel-Land und Basel-Stadt, Bern, Thurgau und Zürich. Ausserdem waren die Unternehmen Gebr. Lienhard AG in Degersheim SG und Thommen AG in Kaiseraugst AG beteiligt. ce/mm