Der portugiesische Verein Terra Sintrópica hat an der FAO-Weltkonferenz für Massnahmen zur One Health-Initiative in Agrar- und Ernährungssystemen einen Recognition Award erhalten. Dieser würdigt Initiativen und herausragende Innovationen, die den One Health-Ansatz der UNO in Agrar- und Ernährungssystemen voranbringen. Mitgründerin und Vorständin von Terra Sintrópica ist die Zürcher Sozialunternehmerin Katharina Serafimova. Die Umweltnaturwissenschaftlerin ist seit 2014 auch als Dozentin am Institut für Bankwesen und Finanzen der Universität Zürich tätig.
Die One Health-Konferenz der FAO fand vom 21. bis 23. September 2026 in Rom statt. Der One Health-Ansatz der UNO basiert auf der Grundlage, dass die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Umwelt eng miteinander zusammenhängt. Er fördert daher die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dementsprechend versteht sich Terra Sintrópica, das in Mértola ansässige Zentrum für wegweisende Agroforstwirtschaft im semiariden Raum, als Reallabor des ökologischen Wandels. Dort treffen Wissen, soziale Innovation und regenerative Wirtschaft aufeinander.
Die Frage, mit der sich die ständigen 14 Mitarbeitenden von Terra Sintrópica mit ihrem Forschungszentrum CARES befassen, lautet: Wie erzeugen wir in einer der trockensten Regionen Portugals, dem im Südosten des Landes gelegenen Alentejo, Lebensmittel und regenerieren gleichzeitig das Ökosystem? Um dies zu bewerkstelligen, unterhält CARES beispielsweise eine Baumschule für resiliente mediterrane Pflanzen und versteht dies als „Zukunftskeim für lokale Regeneration. Wir erproben, wie gesunde Kreisläufe selbst dort gelingen können, wo die Wüste droht.“ Mit angepassten Agroforstmethoden für das mediterrane Klima belebt Terra Sintrópica Böden, schützt sie vor Erosion und nutzt Wasser effizient.
Wichtig ist dem Verein, dass er eine konsequent von der Gemeinschaft getragene Initiative gegen die zunehmende Wüstenbildung in Südeuropa ist. „Der Wandel gelingt uns nicht über verordnete Konzepte, sondern als gesellschaftlicher Kulturimpuls“, erklärt Katharina Serafimova. „Wir gestalten die Prozesse von Anfang an gemeinsam mit der Bevölkerung, mit Schulen und Landwirten durch gemeinsames Lernen, Bildungsarbeit vor Ort und das Anpacken auf Augenhöhe.“
Denselben integrativen Ansatz verfolgt Serafimova auch als Geschäftsleiterin des in Berlingen ansässigen gemeinnützigen Vereins Lebendiger Boden-See Schweiz. Ihm geht es um gesunde Böden und lebendige Gemeinschaften, die regenerativ und zukunftsorientiert handeln. Durch Sensibilisierung, Wissensvermittlung und Vernetzung trägt er dazu bei, dass Initiativen möglich werden und Unterstützung erhalten, die eine lebendige, gesunde und diverse Kulturlandschaft ermöglichen. ce/mm