HEKS, das offizielle Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, hat in enger Zusammenarbeit mit dem Palästinensischen Wohnungsrat die ersten 22 im Krieg beschädigten Wohnungen in Gaza saniert.
Im Rahmen des Konzepts eines zirkulären Wiederaufbaus (Recycling and Circular Reconstruction), das dabei entwickelt und getestet wurde, werden Trümmer und wiederverwertbare Baustoffe aus zerstörten Gebäuden aufbereitet und für Reparaturen genutzt. Jetzt wird das mit Spenden unterstützte Projekt auf mehr als 100 weitere Haushalten ausgedehnt. Danach soll es weiter wachsen.
Eine wesentliche Einschränkung besteht darin, dass der Bau neuer Häuser oder die herkömmliche Instandsetzung beschädigter Gebäude aufgrund der Einfuhrbeschränkungen durch Israel nicht möglich ist. Diese unterbinden den Transport von Materialien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Dazu zählen Zement, Stahl, Rohre und bestimmte Ausrüstungsgegenstände.
Deshalb werden kriegsbeschädigte Häuser mithilfe des HEKS-Projekts und seinem Recycling-Ansatz als mittelfristige Unterkünfte wieder bewohnbar gemacht. Dies soll den Betroffenen ein höheres Mass an Sicherheit, Privatsphäre und Lebensqualität bieten als der Aufenthalt in Lagern oder in Wohnungen, wo grundlegende Bauelemente wie Aussenwände, Fenster oder Installationen fehlen.
Gemeinsam mit der jeweiligen Familie begutachtet und prüfen Fachpersonen den baulichen Zustand ihres Wohnraums. Auf Grundlage der Prioritäten der Bewohnerinnen und Bewohner wird ein detaillierter Reparaturplan erstellt, samt der dafür benötigten Materialien und Arbeiten. Das kann die Reparatur von Aussen- und Innenwänden mit Lehm statt Zement sowie von Dächern umfassen, die Wiederherstellung von Badezimmern und Küchen oder die Reparatur von Wassertanks.
Der Haushalt ist dafür verantwortlich, wiederverwendbare Materialien aus dem alten Gebäude zu sammeln, wie etwa Türen, Fensterrahmen, Stahlträger, Wellblechplatten, Rohrleitungen, Bad- und Küchenspülen, Toiletten, Wassertanks und Bausteine. Alternativ müssen gebrauchte und neue Materialien gekauft werden.
Die palästinensischen Projektingenieure unterstützen vor Ort jeden Schritt, um sicherzustellen, dass das Material die erforderliche Qualität aufweist, die Preise angemessen sind und die Installation technisch sicher und akzeptabel ist. Der jeweilige Haushalt ist für die Ausführung der Reparaturarbeiten verantwortlich, entweder durch Familienmitglieder oder andere beauftragte Fachpersonen. Die Kosten für die Sanierung variieren naturgemäss. Durchschnittlich betragen sie 3000 Franken.
HEKS ist einer der Aussteller am Swiss Pavilion bei der Dubai International Humanitarian Aid & Development Conference & Exhibition (DIHAD) in Dubai. Die Messe findet vom 24. bis 26. August statt. Die Schweizerische Hilfsorganisation nimmt bereits zum zweiten Mal an der DIHAD teil, um Partnerschaften aufzubauen, die die Unterstützung für Menschen stärken, die von Konflikten, Katastrophen und Vertreibung betroffen sind. ce/mm