Zum fünften Mal hat die Luzerner Kantonalbank (LUKB) nachhaltige Projekte im Wirtschaftsraum Luzern mit ihrem Zukunftspreis geehrt: Hauptgewinner sind Precira, Kiyo und „Dr. Schnodder & Co“. Den zum zweiten Mal ausgelobten Jurypreis erhält 2026 Nettle Circle. Damit fördert sie laut einer Mitteilung mit insgesamt 150‘000 Franken nachhaltige Projekte, die gemäss ausgewählter Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen positive Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt entfalten. 2026 war in Bezug auf die Anzahl der eingereichten Projekte mit 91 Eingaben ein Rekord erreicht worden. In drei Kategorien gingen jeweils drei in die Online-Abstimmung, bei der mit 12‘000 Stimmen eine um 50 Prozent höhere Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr gemessen wurde. Die Gewinner nahmen ihre Auszeichnungen im Rahmen des jährlichen LUKB-Unternehmertags in Emmenbrücke entgegen.
Der autonome Jätroboter von Precira aus Luzern siegte in der Kategorie Technologie und Innovation. Mithilfe von Lasertechnologie entfernt und verbrennt er gezielt Unkraut. Auf diese Weise, heisst es in der Begründung, unterstützt das Start-up von Gründer Marius Gächter mit Niederlassung im Technopark Luzern in Root die Wirtschaftlichkeit von Bio-Gemüseanbau. An der Spitze der Ökologie-Kategorie stehen sensitive Zahnpasta Tabs des ebenso in Luzern ansässigen Start-ups Kiyo. Diese Zahnpasta-Tabletten der Co-Gründer Jeffrey Christen und Nando Nichele müssen nur zerbissen werden und ersetzen marktübliche Zahnpasta. In der Herstellung benötigen sie gemäss LUKB weder Wasser noch Konservierungs- oder Zusatzstoffe.
Das Siegerprojekt im Bereich Soziales Engagement vermittelt mit dem Podcast „Dr. Schnodder & Co“ Informationen zur Kinder- und Jugendgesundheit. Er zeichne sich laut der genaueren Erläuterung durch verständliche und medizinisch fundierte Hilfestellung aus. Entwickelt wird er vom Kinderspital Zentralschweiz gemeinsam mit der Vereinigung Kinderärzte Zentralschweiz.
Der Preisträger des Jurypreises ist das Verfahren für Brennesselfasern von Nettle Circle. Das im Technopark Luzern angesiedelte Start-up wurde von Cornelia Bamert 2020 gegründet und hat seinen rechtlichen Sitz in Oberkirch LU. Bamerts Verfahren ermöglicht es, die Faser aus der Pflanze wetterunabhängig zu lösen. Dabei werden gemäss LUKB-Begründung die Risiken einer sogenannten Pflanzenröste umgangen und die kompletten Pflanzen nutzbar. Letztlich wird die Faser in der Textilproduktion als Ersatz für Wolle und Ergänzung für Baumwolle eingesetzt. Der Rest der Biomasse kann in der Landwirtschaft weiterverarbeitet werden. ce/yvh