Sammelstellen, Private und Grosskunden können künftig schweizweit ihre alten Matratzen wiederverwerten lassen. Die Matratzen-Allianz mit Sitz in Zürich weitet ihre im Aargau während eines einjährigen Pilotprojektes erprobte Prozesskette laut einer Mitteilung auf das ganze Land aus.
Die Matratzen werden weiterhin in Zusammenarbeit mit der SORTEC Aarberg AG mit der Justizvollzugsanstalt Witzwil zerlegt. Neu können sie direkt bei SORTEC in Aarberg abgegeben werden. Auch Sammelstellen können sie annehmen und in das Recyclingsystem einbringen. Die Mehrkosten im Vergleich zur Verbrennung werden von den Abgebenden getragen.
Im ersten Jahr sollen 900 Tonnen verarbeitet werden, von da an jedes Jahr 50 Prozent mehr. Das Angebot richtet sich gerade an solche Unternehmen, bei denen regelmässig grössere Mengen anfallen, etwa in der Hotellerie und in Spitälern.
Während des einjährigen Pilotprojektes wurden die Matratzen in den Sammelstellen der Recycling-Paradies AG in Spreitenbach AG und Hunzenschwil AG sowie der Transport AG Aarau in Kölliken AG abgegeben. Dabei fielen mehr als doppelt so viel wie die eigentlich finanzierten 80 Tonnen an. Namentlich die Sammlung und der Transport der Matratzen erwiesen sich als teurer als geplant. Dagegen erwies sich die Sortenreinheit des wiedergewonnenen Polyurethan-Schaumstoffes als ausreichend hoch für die stoffliche Verwertung.
Das Potenzial ist hoch. Pro Jahr werden rund 1 Million Matratzen in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt.
Der Verein Matratzen Allianz wurde 2021 gegründet. Er will das Abfallaufkommen von Matratzen reduzieren. Er setzt sich auch für einen vorgezogenen Recyclingbeitrag neuer Matratzen ein. ce/ug