Flevoland bietet Unternehmern Raum für zirkuläres Wirtschaften

Film über die Pioniere der Kreislaufwirtschaft in Flevoland

Die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts aus dem Meer gewonnene Provinz Flevoland ist die jüngste der Niederlande. Mit Blick auf das Jahr 2030 strebt die Provinz eine Zukunft an, in der die Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt steht. Im Auftrag der Provinz hat BC1® sechs zirkuläre Pioniere hervorgehoben, die eine Vorreiterrolle einnehmen.

Sechs Pioniere, sechs Sektoren

Die vorgestellten Initiativen decken unterschiedliche Sektoren ab. In Almere verarbeitet Cirwinn alten Beton zu brandneuem Beton. Nach Angaben des Unternehmens ist ihre firmeneigene Bauschutt-Trenn- und Waschanlage einzigartig in Europa. Alter Beton geht hinein, sauberer Sand und Kies kommen heraus, die dann zum Anmischen von frischem Beton verwendet werden. Cirwinn arbeitet bewusst in einem Umkreis von 30 Kilometern um sein Werk. Tatsächlich wurde ihr Beton für den Bau von Brücken für die Floriade-Expo verwendet.

In Emmeloord baut Startblock Häuser in einem Verfahren, das eher an den Automobilbau als an den traditionellen Hausbau erinnert. Holzpaneele werden in nur sechs Tagen zu einem kompletten dreistöckigen Haus zusammengefügt, bevor es auf einem Tieflader zur Baustelle transportiert wird. Den Hauseigentümern wird ein Materialpass ausgehändigt, der jede einzelne verwendete Komponente detailliert auflistet.

Auf Urk extrahiert Skin for Skin Kollagen aus Fischhäuten. Ihr patentiertes Extraktionsverfahren ist völlig frei von Chemikalien und Hitze. Heute wird das gewonnene Kollagen in Premium-Kosmetikprodukten verwendet.

In Swifterbant betreibt Johan Leenders den Oranjehoen-Hof. Seine 17.000 Hühner werden ausschliesslich mit aussortiertem Gemüse aus dem lokalen Ackerbau gefüttert. Im Gegenzug geht der Hühnermist zurück, um die Felder zu düngen, wodurch der Einsatz von Antibiotika vollständig überflüssig wird.

Unterdessen sorgt das Practoraat CRE in Lelystad dafür, dass die Kreislaufwirtschaft zu einem festen Bestandteil des Lehrplans wird, der von der Berufsbildung bis zur Hochschulbildung reicht. Während der Praktika ermitteln die Studierenden den zirkulären Fussabdruck lokaler Unternehmen. Das gibt den Firmen praktische Einblicke, und die Studierenden erhalten einen realen Eindruck davon, wie eine Kreislaufwirtschaft im Arbeitsalltag tatsächlich aussieht.

Wie die richtigen Gesetze einen Durchbruch auslösen können

Die Geschichte von Retourmatras in Lelystad zeigt genau, warum die staatliche Politik über den Erfolg oder Misserfolg dieser Initiativen entscheidet. Das Unternehmen recycelt seit 2009 Matratzen und verarbeitet heute jährlich eine Million Stück. In nur 50 Sekunden wird eine einzelne Matratze in vier verschiedene Materialströme zerlegt.

Acht lange Jahre lang ging die Rechnung einfach nicht auf. Die Verbrennung kostete 100 Euro pro Tonne, während das Recycling 300 Euro kostete. Als Reaktion darauf setzte sich Retourmatras bei den Gesetzgebern erfolgreich für ein Verbot der Verbrennung von Matratzen ein. Als das Verbot in Kraft trat, nahm das Geschäftsmodell endlich Fahrt auf.

Heute hält IKEA eine Beteiligung von einem Drittel an dem Unternehmen. Fünfzehn europäische Länder wollen das System replizieren, und auch in den USA und Kanada wächst das Interesse. Seit Oktober 2025 befindet sich in Lelystad eine bahnbrechende Anlage, die Polyurethan aus alten Matratzen chemisch zu Polyol recycelt, das dann zur Herstellung brandneuer Matratzen verwendet werden kann. Diese Technologie ist eine weltweite Premiere.

2030

Bis 2030 will Flevoland ein führender Lieferant von Rohstoffen für die Kreislaufwirtschaft sein, sowohl innerhalb als auch ausserhalb seiner Provinzgrenzen. Die Pioniere sind bereits hier. Was sie jetzt brauchen, sind physischer Raum, eine agile Politikgestaltung und ein Bildungssystem, das auf ihre Vision abgestimmt ist.

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