Seit die Sowjetunion den Sputnik-Satelliten 1957 ins All schickte, haben Menschen massenweise Müll im Weltraum entsorgt. Laut Environment for Development (EfD), einer schwedischen Umweltorganisation, umkreisen heutzutage etwa 1,2 Millionen künstliche Objekte die Erde. Weltraumbehörden überwachen etwa 11‘000 Satelliten sowie rund 29‘000 grössere Objekte. „Das Ergebnis ist ein wachsender Ring aus Weltraummüll um die Erde, und dieser Trend beschleunigt sich“, schreibt EfD in einem Blogbeitrag. „Der Weltraum ist zu einer Müllhalde in der Umlaufbahn geworden. Jedes Land und jedes Unternehmen profitiert vom Start von Satelliten, doch die Risiken – Kollisionen, Geräteverluste und steigende Versicherungskosten – werden gemeinsam getragen.“ Regierungen und Unternehmen, die Raketen ins All schicken, bedenken meist nicht, dass ihre Technologien Teil der Abfallströme in der Umlaufbahn werden. Bei der Planung von Raumfahrzeugen wird beispielsweise nicht davon ausgegangen, dass häufig benötigte Materialien wie Gold, Kobalt und Seltenerdmetalle später wiedergewonnen werden. Objekte in der Umlaufbahn können zudem Raumfahrzeuge beschädigen. Die Instandhaltung von Kollisionsvermeidungssystemen macht inzwischen bis zu 10 Prozent der Kosten von Weltraummissionen aus. Die ESA erforscht nun Möglichkeiten, um weniger Materialien zu verwenden und Objekte in der Erdumlaufbahn zu sammeln, wiederzuverwerten und wiederzuverwenden. Laut einer Mitteilung von 2024 plant die ESA die Menge an neuem Weltraumschrott bis 2030 zu begrenzen und bis 2050 eine zirkuläre Weltraumwirtschaft aufzubauen. Mögliche Massnahmen umfassen Wartung, Montage, Fertigung und Wiederverwertung in der Umlaufbahn. ce/jd