Die gezielte Wiederverwendung von Bauteilen bildet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Netto-Null-Zieles. Derzeit werden aber weniger als 1 Prozent aller Bauabfälle wiederverwendet. Das zeigt eine Studie, die Cirkla im Auftrag von BaselCircular und in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und Intep erarbeitet hat. 20 Prozent werden wiederverwertet, was allerdings mit grauer Energie und Materialverlusten verbunden ist. 74 Prozent werden deponiert. Die Studie hat auf der Grundlage einer Umfrage Hindernisse auf dem Weg zur Wiederverwendung von Bauteilen identifiziert. Daraus wurde ein Katalog von 39 Massnahmen abgeleitet, welche die Wiederverwendung von Bauteilen zum neuen Standard machen sollen. Diese Massnahmen wurden mit den Teilnehmenden der Umfrage nach ihrer Wirksamkeit bewertet und im Anschluss einer Kosten-Wirkungsabschätzung unterzogen. So sind die Kosten der Inventarisierung von Bauteilen eines Gebäudes gering, haben aber eine hohe Wirkung. Ähnlich sieht es bei der Potenzialanalyse von Gebäuden aus. Generell macht die Studie fünf Hebel aus. Dazu gehören die frühe Integration in die Planung und die Klärung von Qualität und Haftung. Es braucht professionelle Logistikstrukturen und eine digitale Unterstützung der Planung. Der Markt kann über Zielquoten und Bonussysteme und andere Förderinstrumente stimuliert werden. Die Wiederverwendung (ReUse) sei keine Utopie mehr, sondern ein zentraler Hebel der Bauwende, wird Sarah Ackermann, Hauptautorin der Studie bei Cirkla, in einer Mitteilung zur Studie zitiert. „Jetzt gilt es, Hindernisse abzubauen und ReUse in die breite Praxis zu führen.“ Carole Tornay setzt auf gezielte, praxistaugliche Schritte. Damit könnte die Wiederverwendung „zum neuen Standard im Bauwesen werden“, so die Geschäftsleiterin von BaselCircular. „Dies stärkt primär die regionale Wertschöpfung und senkt gleichzeitig auch den Verbrauch von Primärressourcen.“ ce/ug